Sonntag, 2. Oktober 2016

Große wissenschaftliche Würdigung veganer Ernährung zur Erhaltung der Gesundheit


 Wissenschaft & Forschung(20)

Mit dem Satz, "Eine pflanzliche Ernährung senkt das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, insbesondere dann, wenn sie reichlich hochwertige vegetarische Nahrungsmittel enthält. Darauf deutet eine Untersuchung mit über 200.000 Teilnehmern hin", beginnt ein Artikel, den die wissenschaftlich renomierte Redaktion von "Springer Medizin" am ersten September als Online-Fortbildung veröffentlichte. Sie trägt den Titel "Das Diabetesrisiko mit guten Pflanzen senken".

 

"Vegetarian Diet" 34 % weniger Diabetes und das "Unaussprechliche"


Vorgestellt werden die Ergebnisse einer gigantischen prospektiven Metaanalyse der drei bisher größten US-amerikanischen Gesundheitsstudien, nämlich der Nurses´ Health Study (1984-2012), der Nurses´Health Study 2 (1991-2011) und der Health Professionals Follow-Up Study (1986–2010). Erfasst wurden aus Selbstauskünften gewonnene Daten zu 130 verschiedenen Ernährungsvorlieben. Unter verschiedenen Aspekten justiert wie Körpergewicht, Rauchen, Alkohol, familiäre Vorbelastung und viele andere wurden die Probanden in drei Hauptgruppen unterteilt: 1. Solche die gesunde pflanzliche Kost aßen (Vollkorn, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, ungesättigte Fette etc), 2. Solche die ungesunde pflanzliche Kost aßen (Fruchtsäfte, Weißmehl, Zucker, Softdrinks, Puddings, gesättigte Fette etc.) und 3. Solche die alles aßen. 

Gibt man sich nicht mit dem deutschen Ergebnisreport zu frieden, sondern liest man die Originalarbeit[1], dann fällt einem jetzt der Unterkiefer herunter: Nur in der Gruppe 3 finden sich in der Beschreibung der Essgewohnheiten Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch. Die Gruppen 1 und 2 sind bei genauer Betrachtung vegan, die einen "gesund vegan", die anderen "ungesund" vegan. Spätestens jetzt fällt uns wieder ein, dass  das Wort "vegan" im angloamerikanischen Sprachgebrauch kaum Verwendung findet und das mit "vegetarian" oder "strict vegetarian" bereits "vegan" gemeint ist. Das ist auch so in dieser Studie. Nur dass es in der Übersetzung wohl nicht gefiel. Ist veg..  das Unaussprechliche?

Nun zu den Ergebnissen der Studie. Mit gesunder veganer Ernährung sank das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes  um 34 Prozent gegenüber den Allesessern. Typ-2-Diabetes hieß früher im Volksmund auch "Altersdiabetes". Heute steigt dieser bereits in den dreißiger Lebensjahren konstant an.

Bei eine gefilterten Untergruppe aus Hauptgruppe 3 mit "pflanzenbasierter Ernährung", d.h. mit wenig tierlichen Anteilen, sank das Risiko um 20 Prozent. Die Gruppe der "ungesunden" Veganer dagegen konnte nur eine Risikoreduktion um  16 Prozent erreichen.

Erklärt wird das Ergebnis  mit der positiven Wirkung eines höheren Gehaltes von Vitaminen, Mineralstoffen, vor allem aber an sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen in vollwertiger Nahrung. Bezüglich des Risikos für Diabetes toppt "wenig Tier" also noch "vegan mit Toast und Pudding".

Die Autoren leiten daraus ab, dass die Empfehlungen zu gesunder Ernährung in Anbetracht eine drastischen Zunahme von Diabeteserkrankungen verändert werden müssen. Nahrung tierlichen Ursprungs sei als großer Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes anzusehen. 

Mein Kommentar: Die Folgen von Diabetes sind u.a. Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Nierenversagen, Nervenschäden, Demenz, chronische Hautgeschwüre und Beinarterienverschlüsse mit nachfolgender Amputation. Neben dem immensen Leid entseht dadurch auch noch eine jährliche volkswirtschaftliche Belastung im zweistelligen Millardenbereich alleine in Deutschland. 

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 Quelle:                                                                                                                                                     [1] Satija A et al.:Plant-Based Dietary Patterns and Incidence of Type 2 Diabetes in US Men and Women: Results from Three Prospective Cohort Studies.Published: June 14, 2016,http://dx.doi.org/10.1371/journal.pmed.10020

Foto:pixabay.com



 

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